Geschichte

Die Bedeutung der Ziege im Valsertal

"Wer in Vals keine Kuh zu halten vermag, 'jagt' frohgemut eine Anzahl Ziegen herum und heisst deshalb 'es Geisspürli'." - Dieser trockene Satz aus Jörgers "Bei den Walsern des Valsertals", wird dem Stellenwert der Geiss für die Valser in keiner Weise gerecht. Jörger holt dies dann auch weiter unten nach, wo er erklärt: " Ausser dem Rindvieh hält jeder Bauer eine Anzahl Ziegen, ein Dutzend oder darüber. Sie erscheinen in allen möglichen Gestalten und Farben, mit und ohne Hörner, die ungehörnten heissen 'Mutscha'. Die Valser Ziege ist auf der Alp die Genossin der Kuh. Für die Sommermilch, während der Heuernte, wurden früher Ziegen aus dem Lugnez in Pacht genommen, und mit Butter oder Schafwolle bezahlt."

Auch Richard Weiss unterstreicht in seinem Werk "Das Alpwesen Graubündens" (1941) die Bedeutung der Ziegenhaltung vor allem für die sozial schwächere Schicht. " die Ziege ist heute wie früher besonders für die Armen unter der Bergbevölkerung als Milchtier, als 'Kuh der Armen', wichtig und unentbehrlich."

 

Die Ziegenalp Peil

Die Ziegenalp Peil wurde 1980 zum ersten Mal in Betrieb genommen. Seither wurden Jahr für Jahr rund 200 Ziegen gesömmert. Die meisten Ziegen stammen aus diversen Betrieben der Region. Die Alpzeit dauert etwa vom 25. Mai bis 5. Oktober (im Durchschnitt 120 Alptage). Während dieser Zeit werden rund 25'000 Liter Milch zu 2'500 Kilogramm Ziegenkäse verarbeitet.

1986 zerstörte eine Lawine die Sennerei. Diese wurde aber in einer Seilbahnstation auf der andern Talseite wieder errichtet.

1995
Da die Alphütte von nun an ein Provisorium war setzte sich der damalige Pächter Alois Stoffel beharrlich für eine Sanierung der Alp Peil ein. Dazu Alois Stoffel: "Die Alp muss aber nicht nur an Gebäude und Einrichtung saniert werden. Jedes Unternehmen braucht eine Trägerschaft, die für das Tun und Handeln verantwortlich ist. Bis anhin wurde die Alp zum grossen Teil im Frontdienst und ohne Vereins- oder Genossenschaftsstrukturen geführt. Die Gründung einer Trägerschaft gehörte zur Planung der ganzen Alpsanierung"

Schliesslich gelang es Stoffel, die Gemeinde und die kantonalen Ämter zu überzeugen. Kostenvoranschlag für die Sanierung: Fr. 400'500.--. Die Finanzierung konnte wie folgt sichergestellt werden: Eigenleistungen, Beiträge der Gemeinde Vals und des Kantons Graubünden, Darlehen der Landwirtschaftlichen Kreditgenossenschaft, Sponsorbeiträge. Trägerschaft ist die im Dezember 1995 gegründete Ziegenalpgenossenschaft Peil. Die neue Ziegenalp Peil konnte auf den Alpsommer 1996 in Betrieb genommen werden.

2010
Die Zeit vergeht, neue Vorschriften und Gesezte zwingen die Alp immer wieder zu Veränderungen und Anpassungen. Auch besteht ein Bedürfnis, einen Melkstand zu installieren. Dies wird uns in eine nächste Sanierungsetappe führen.

Mit finanzieller Hilfe von Seiten des Kantons Graubünden und Coop-Patenschaft nehmen wir auch diese Etappe in Angriff.

1.-August-Weggen-Aktion von Coop geht dieses Jahr zu Gunsten der Ziegenalp Peil und Grava und der Kuhalp Rischuna.